Alle Informationen zur Konferenz, zum Programm und zur Anmeldung finden Sie im Veranstaltungseintrag.
Comparative Data Law Conference – Programm verfügbar, Anmeldung geöffnet
Das Konferenzprogramm und die Anmeldung für die Konferenz "Comparative Data Law", die am 7. und 8.12.2023 in München stattfinden wird, sind jetzt verfügbar. Die Veranstaltung ist der letzte Teil einer dreistufigen Konferenzreihe zum Globalen Datenrecht und Teil einer größeren Forschungsagenda in Bezug auf Globales Datenrecht und -politik und wird gemeinsam mit dem University of Passau Research Centre for Law and Digitalisation (FREDI) organisiert.
41. ATRIP-Tagung
Vom 9. bis zum 12. Juli fand in Tokio (Japan) die 41. ATRIP-Tagung statt. Unter dem Titel “The Interface of Intellectual Property Law With Other Legal Disciplines – What Can IP Learn From Its Interactions With Different Fields of Law and Vice Versa” tagten Wissenschaftler*innen von fünf Kontinenten und tauschten sich zu einem breiten Spektrum an aktuellen, in erster Linie intradisziplinären Themen aus.
Das Institut war mit fünf Forschenden auf der Haupttagung und dem Doktorandenworkshop vertreten – auch unter den Referent*innen fanden sich zwei Institutsangehörige: Matthias Lamping, wissenschaftlicher Referent am Institut, hielt einen Vortrag mit dem Thema “Regulation through Litigation - Private Enforcement in the Public Interest”, Peter R. Slowinski, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut, präsentierte zum Thema “Differentiated Liability. What Patent Law Can Learn from Criminal Law”.
Darüber hinaus fanden sich unter den Teilnehmer*innen auch zahlreiche vormalige Mitarbeitende, Stipendiat*innen und Gäste des Instituts.
Pin Factory Visit – Wissenschaft lernt von der Praxis
Ganz im Geist der NBER Pin Factory Visits – Unternehmensbesuche, die das National Bureau of Economic Research seit Mitte der 1990er Jahre durchführte, um die Feldforschung in den Wirtschaftswissenschaften zu fördern und Standortbesuche zu einem wichtigen Bestandteil der empirischen Forschung zu machen – besuchte das Team der wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung des Instituts am 23. Juni 2023 mehrere Standorte der im Bereich Elektronikprodukte und -dienstleistungen hochinnovativen Unternehmensgruppe TQ.
Die Idee der Pin Factory Visits geht zurück auf Adam Smith, der bereits Ende des 18. Jh. die Förderung der Produktivität mittels Arbeitsteilung anhand der Herstellung von Stecknadeln erklärte.
Als einer der größten Technologiedienstleister und Elektronik-Spezialisten in Deutschland bietet das Technologieunternehmen TQ-Group unterschiedlichsten Branchen maßgeschneiderte und innovative Lösungen von der Entwicklung, Produktion und weiteren Dienstleistungen bis hin zum Produktlebenszyklusmanagement. Es ist aktiv in den Bereichen E²MS (Electronic Engineering Manufacturing Services), Modulare Lösungsplattformen, Antriebstechnik, Robotik, Automatisierung, Medizinische Anwendungen sowie Luftfahrt und Avionik.
Zudem stellt TQ ein Komplettangebot an eigenen Produkten wie etwa Embedded-Modulen, Basisplatinen, Human-Machine Interface-Systemen oder auch Antriebs- und Automatisierungslösungen bereit. Beides kombiniert TQ zudem als ODM (Original Design Manufacturer). Auf Basis des Dienstleistungs- und Lösungsbaukastens entwickelt und produziert das Unternehmen international kundenspezifische Produkte und setzt dabei auf “Made in Germany”. Es ist damit in vielfacher Hinsicht vorbildlich im Bereich Innovation und kann der Wissenschaft spannende Einblicke in die Realität innovativer Unternehmen in Deutschland geben.
Einblicke an drei Standorten
Das Team der wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung besuchte drei Standorte in sechs Stunden. Der erste Weg führte zum Firmenhauptsitz im oberbayrischen Gut Delling bei Seefeld, wo die Promovierenden und Postdocs gemeinsam mit Dietmar Harhoff Gelegenheit zum Austausch mit dem Geschäftsführer und TQ-Gründer Rüdiger Stahl hatten und einiges zu spannenden Themen rund um Innovationen, Technologie und Entwicklung erfuhren. Stahl sprach über die Historie, Entwicklung – von der 2-Mann-Firma im Jahr 1994 zum internationalen Technologieunternehmen – und Innovationstrategie des Unternehmens. Dabei kamen immer wieder die Rahmenbedingungen, Herausforderungen und regulativen Einschränkungen für innovative Unternehmen in Deutschland zur Sprache:
Die globale Wirtschaftslage stelle deutsche Unternehmen vor vielfältige Herausforderungen. Fragile Lieferketten, geopolitische Krisen und protektionistische Gesetze wie der US-amerikanische Inflation Reduction Act wirkten sich auf die Planbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen aus. Insbesondere im Bereich der Innovation bestünde Handlungsbedarf. Dazu zählten auch klassische Branchen wie der Maschinenbau und die Hardware-Herstellung, in denen kontinuierliche Neuerungen angestrebt werden müssten. Um die Innovationskraft in Deutschland nachhaltig zu stärken und deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu machen, bedürfe es gezielter Maßnahmen.
Am zweiten Standort in Inning am Ammersee gewährte der Leiter der Produktion Julian Hornung der Gruppe Einsichten in die Herstellung von Antriebssystemen, von hochleistungsfähigen Antrieben für E-Bikes bis zu RoboDrives. Am dritten Standort in Durach schließlich befasste sich das Team intensiv mit Automatisierung und sprach mit Sören Bruckmann, dem Leiter von TQ Robotics, dem Vertriebsleiter Robert Vogel sowie Georg Weiß, der die Entwicklung in Durach leitet. Dabei war die meistdebattierte Frage, warum kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland bei der Automatisierung derart hinterherhinkten.
Im Showroom hatte eine Postdoktorandin, die zu Automatisierung und Mensch-Maschine-Interaktionen forscht, die Möglichkeit, die Funktionsweise eines soganannten Cobot zu testen, also eines kollaborativen Roboters, der mit Menschen gemeinsam arbeitet und im Produktionsprozess nicht durch Schutzeinrichtungen von diesen getrennt ist. Der letzte Weg führte das Team in die Duracher Produktionshallen, wo nicht zuletzt Roboter Roboter produzieren.
Die Forscherinnen und Forscher des Instituts nahmen viel Inspiration und einige Erkenntnisse aus der realen Welt und Praxis mit. Weitere Pin Factory Visits sollen stattfinden.
Zur TQ Unternehmenswebseite.
Rechtswissenschaftliche Abteilung des Instituts wird mit dem Adepi-Preis 2023 ausgezeichnet
Die spanische Vereinigung für die Entwicklung des Geistigen Eigentums (Adepi – Associación para el dessarollo de propriedad intellectual) zeichnet das Institut mit ihrem diesjährigen Preis aus. Die Preisverleihung findet am 5. Juli im Palacete de los Duques de Pastrana in Madrid statt. Den Vorsitz führt der Minister für Kultur und Sport, Miquel Iceta.
In der Begründung für den Preis führt die Adepi an, dass die Abteilung für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht „zu den weltweit renommiertesten und wichtigsten Forschungszentren auf diesem Gebiet“ gehört.
Seit 2019 würdigt der Adepi Award die Arbeit von Einzelpersonen und Institutionen, die sich für den Schutz und die Entwicklung des Geistigen Eigentums im Allgemeinen und die kollektive Verwaltung von Rechten im Besonderen einsetzen, und zwar aus Bereichen wie Politik, Bildung, Wirtschaft oder Recht, und so zur Schaffung von Kultur auf faire und nachhaltige Weise beitragen.
Meldung auf der Webseite der Adepi
Aktualisierung:
Bei der feierlichen Preisverleihung am 5. Juli im Palacete de los Duques de Pastrana in Madrid nahm Begoña Gonzalez Otero stellvertretend für die Abteilung Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht des Instituts vom spanischen Minister für Kultur und Sport, Miquel Iceta, entgegen.
Munich Summer Institute 2023 – Ein Rückblick und ein Blick nach vorne
Das Munich Summer Institute zielt seit seiner Premiere im Jahr 2016 darauf ab, die Vernetzung innerhalb einer internationalen und interdisziplinären Gemeinschaft von Forschenden zu fördern. Das MSI 2023 mit rund 100 Teilnehmenden fand vom 24. bis 26. Mai 2023 in den beeindruckenden Räumlichkeiten der Bayerischen Akademie der Wissenschaften statt. Voraus ging der zweite MSI Ph.D. Workshop am 23. Mai 2023.
In diesem Jahr, wo die Konferenz bereits zum siebten Mal stattfand, waren neben den Mitgliedern des Organisationsteams vom Center for Law & Economics der ETH Zürich, dem Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, der Technischen Universität München und dem ISTO der LMU München auch Christian Peukert von der HEC Lausanne und Imke Reimers von der Northeastern University an der Organisation beteiligt.
Das eigentliche Konferenzprogramm umfasste 3 Keynote-Vorträge, 17 Plenarpräsentationen und eine tägliche Postersession, einschließlich Posterslam.
Der erste Konferenztag, der gemeinsam von Tobias Kretschmer, Christian Peukert und Imke Reimers organisiert wurde, konzentrierte sich thematisch auf die “Kreativwirtschaft”, den “Pandemie-Push”, den “Regulierungs-Push” sowie “Algorithmische Preisgestaltung”. Die Keynote des Tages wurde von Nigel Melville gehalten, Associate Professor of Technology and Operations an der Ross School of Management der University of Michigan. Er sprach zur Förderung ökologischer Nachhaltigkeit in der vierten industriellen Revolution.
Unter dem Vorsitz von Dietmar Harhoff, Joachim Henkel und Hanna Hottenrott befassten sich die Präsentationen des zweiten Konferenztages mit den Themen “Wissensproduktion”, “F&E und Tod”, “F&E und Krieg” sowie “F&E, Fördermittel und Steuern”. In ihrer Keynote “Incentives and the Social Fabric of Knowledge Work: Evidence from Field Experiments” stellte Jana Gallus Erkenntnisse aus drei Feldexperimenten vor, die die Auswirkungen nicht-monetärer Anreize auf die Wissensproduktion beleuchten.Jana Gallus ist Associate Professor of Strategy and Behavioral Decision Making an der Anderson School of Management der University of California, Los Angeles.
Traditionell endete der zweite Tag mit einem deftigen Abendessen in einem typisch bayerischen Wirtshaus. Während des Abends erhielt Kimia Heidary von der Universität Leiden den Best Paper Award des MSI Ph.D. Workshops für ihre Arbeit zu personalisierter Preisgestaltung mit dem Titel “All Is (Not) Fair in Personalized Pricing: Antecedents and Outcomes of Consumer Fairness Perceptions”.
Der dritte und letzte Konferenztag – unter der Leitung von Stefan Bechtold, Imke Reimers und nochmal Christian Peukert – deckte ein breites Spektrum an Innovationsthemen ab, darunter “IP & Gender”, Marken- und Patentrecht sowie eine abschließende Präsentation über Innovation auf dem Cannabismarkt. David L. Schwartz, Frederic P. Vose Professor of Law an der Pritzker School of Law der Northwestern University, hielt eine letzte Keynote über eine Fallstudie aus dem Patentwesen zum Thema “When Companies Choose Inside Counsel”.
Im Namen der Organisator*innen möchten wir uns bei allen Vortragenden, Ko-Referierenden und Teilnehmenden für ein wirklich spannendes Munich Summer Institute 2023 bedanken. Wir freuen uns schon jetzt auf das Munich Summer Institute 2024, das vom 22. bis 24. Mai 2024 stattfinden wird!
Mehr Infos auf der MSI-Website.
SIPLA-Initiative: Technologietransfer und regionale Innovation im Sektor erneuerbare Energien in Lateinamerika
Die IV. Jahreskonferenz der Initiative “Smart IP for Latin America” (SIPLA) fand am 26. April 2023 an der Juristischen Fakultät der Universität von São Paulo statt. Sie war zugleich die Einweihung der lokalen Forschungsstelle der Initiative, die von Prof. Juliana Krueger Pela geleitet werden wird.
Die Konferenz thematisierte die Bedeutung des Technologietransfers und der regionalen Innovation für die lateinamerikanischen Länder, um ihr großes Potenzial für die Erzeugung erneuerbarer Energien auf wirtschaftlich nachhaltige Weise zu entwickeln.
Welche sind die Herausforderungen und die geeigneten rechtlichen Rahmenbedingungen, um diese Ziele zu erreichen? Innovative Unternehmen und Regulierungsexperten aus verschiedenen Bereichen des Sektors erneuerbare Energien diskutierten diese Fragen im Rahmen des ersten Konferenzpanels. Auf der Grundlage der Ergebnisse diskutierten Wissenschaftler*innen aus mehreren lateinamerikanischen Ländern im zweiten und dritten Panel über die Notwendigkeit von regulatorischen Anpassungen in den Bereichen Verträge zum Technologietransfer und Wettbewerbsrecht.
Reto Hilty hielt einen Vortrag bei der Einweihung der lokalen Forschungsstelle und bei der Eröffnung der Konferenz. Pedro Henrique D. Batista, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut, moderierte das erste Panel der Konferenz.
Call for Papers – RISE6 Workshop
Junge Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaften oder Management, die beim “6th Research on Innovation, Science and Entrepreneurship Workshop” ein empirisches Forschungspapier präsentieren möchten, sind eingeladen, dieses bis zum 28. Juli 2023 einzureichen.
Bereits zum sechsten Mal wird die zweitägige Veranstaltung von Promovierenden und Postdocs der Abteilung Innovation and Entrepreneurship Research unter der Leitung von Dietmar Harhoff organisiert, um jungen Forschenden die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeiten vorzustellen.
Ziel des RISE6 Workshops am 18./19. Dezember 2023 ist, eine ausgewählte Anzahl herausragender Forschungsarbeiten von Promovierenden und Junior Postdocs eingehend zu diskutieren, Feedback zu geben sowie sich mit Kolleginnen und Kollegen anderer Forschungsinstitutionen zu vernetzen.
Die Keynote des RISE6 Workshops wird Ina Ganguli (UMass Amherst) halten.
Zum Call for Papers.
Zur RISE6 Workshop Website.
Munich Summer Institute 2023 – Das Programm ist da!
Das Programm des Munich Summer Institute ist jetzt verfügbar. Keynote Speaker sind Nigel P. Melville von der University of Michigan, Jana Gallus von der UCLA Anderson und David L. Schwartz von der Northwestern University.
Ziel des Munich Summer Institute ist es, eine eingehende Diskussion ausgewählter Forschungsbeiträge zu fördern und die interdisziplinäre internationale Forschungsgemeinschaft in diesem Bereich zu stärken. Forschende aus den Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, Management und verwandten Gebieten in allen Stadien ihrer Karriere nehmen am Munich Summer Institute als Vortragende in Plenar- oder Postersessions, als Diskutanten oder als Zuhörende teil. Das MSI bietet drei Keynote-Vorträge, 12 Präsentationen vor dem Plenum und jeden Tag eine Postersession einschließlich eines Poster Slams.
Das Munich Summer Institute legt seinen Schwerpunkt auf die quantitative empirische Forschung. Das MSI wird gemeinsam von der ETH Zürich, der HEC Lausanne, der LMU, dem Max-Planck-Institut for Innovation und Wettbewerb Competition, der Northeastern University und der TUM organisiert.
Mehr Infos auf der MSI Website.
Artha Dermawan belegt den 2. Platz bei der ATRIP Essay Competition 2022
Artha Dermawan, Doktorand am Institut erreicht mit seinem Papier “Text and Data Mining Exceptions in the Development of Generative AI Models: What the EU Member States Could Learn from the Japanese ‘Non-Enjoyment’ Purposes” den zweiten Platz bei der ATRIP Essay Competition 2022. Dieser Aufsatz ist eine Reaktion auf die rasante Entwicklung generativer KI-Modelle wie ChatGPT-4, DALL-E 2 und mehr und erörtert urheberrechtliche Fragen, indem er die entsprechenden Regulierungen Japans, Deutschlands und der Europäischen Union im Allgemeinen vergleicht.
Volltext des Aufsatzes als pdf
Mehr zu allen Preisträger*innen auf der ATRIP-Webseite
Der Aufsatz erscheint demnächst im Journal of World Intellectual Property (voraussichtlich in der Novemberausgabe 2023).
Highlight des 16th Workshop on the Organisation, Economics and Policy of Scientific Research: „KI und Wissenschaft“
Am 13. und 14. April 2023 veranstaltete das Institut gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) den jährlichen “Workshop on the Organisation, Economics and Policy of Scientific Research” (WOEPSR). Zu Ehren des unlängst verstorbenen herausragenden Forschers im Bereich der Ökonomie des wissenschaftlichen Fortschritts Paul A. David wurde im Rahmen einer Gedenkveranstaltung der erste WOEPSR Award für junge Forschende verliehen.
Ursprünglich wurde der Workshop in Turin ins Leben gerufen und findet nun abwechselnd an großen europäischen Forschungsstandorten wie dem Centre for Research on Entrepreneurship and Innovation an der University of Bath (2018), dem GREThA an der Université de Bordeaux-CNRS (2019) oder der KU Leuven (2022) statt. Bereits im Jahr 2020 war das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb Gastgeber des 14. Workshops. Dieser konnte aber aufgrund der Corona-Pandemie nur online stattfinden. Im nächsten Jahr soll der Workshop an seine Gründungsinstitution, die Universität Turin, zurückkehren.
Das Organisationsteam am Institut bestand aus Dietmar Harhoff, Michael E. Rose und Elisabeth Hofmeister. Weitere Organisator*innen waren Hanna Hottenrott, Thomas Schaper und Julian Schwierzy von der TUM.
Der diesjährige Workshop wurde endlich wieder live vor Ort abgehalten. Der persönliche Austausch während des Workshops wurde von allen Teilnehmenden sichtlich begrüßt: Ehemalige haben wieder persönlichen Kontakt zueinander gefunden, während angehende Wissenschaftler*innen eine hervorragende Gelegenheit hatten, sich innerhalb dieser motivierten Community zu vernetzen.
Die 18 Vorträge in fünf Sessions über zwei Tage fanden bei den bis zu 60 Teilnehmer*innen großen Anklang. Ein besonderes Highlight war die Podiumsdiskussion zum Thema „KI und Wissenschaft“, an der sowohl Vertreter*innen aus der Industrie als auch der Wissenschaft teilnahmen. Das Publikum konnte sich intensiv mit der Frage auseinandersetzen, was KI in der Wissenschaft verändert ‒ und was unangetastet bleibt.
Die Themen auf einen Blick
Der erste Tag begann mit Vorträgen über die Rolle der Universitäten bei der Koordinierung wissenschaftlicher Forschung sowie über die Auswirkungen der Arbeitssprache in Forschungseinrichtungen auf die Gewinnung wissenschaftlicher Talente. In der zweiten Session untersuchten die Vortragenden die Effekte verschiedener politischer Schocks auf die Produktivität von Wissenschaftler*innen sowie die Verbindungen zwischen in- und ausländischen Forschenden. Im weiteren Verlauf des Tages ging es um Fragen zu verschiedenen Formen der Forschungsfinanzierung, wie Zuschussprogramme und Beschaffungsmaßnahmen. Schließlich widmeten sich die Vortragenden dem Forschungsprozess von Wissenschaftler*innen sowie den Auswirkungen von Beziehungen zu wissenschaftlichen Mentoren auf individuelle Forschungskarrieren.
Zu Ehren des unlängst verstorbenen Paul A. David, emeritierter Professor der Universität Stanford, schloss der erste Tag mit einer Gedenkveranstaltung. Paul war nicht nur eine führende Persönlichkeit auf dem Gebiet der Ökonomie des wissenschaftlichen Fortschritts und des technischen Wandels, sondern auch ein geschätztes und langjähriges Mitglied des wissenschaftlichen Ausschusses von WOEPSR. Viele Freunde und Familienmitglieder nahmen sowohl vor Ort als auch online an der Veranstaltung teil, um ihre persönlichen Erinnerungen zu teilen.
Zur Würdigung von Paul Davids Beitrag zum Forschungsfeld wurde der “2023 WOEPSR Award in Memory of Paul A. David” an Dror Shvadron für seine Arbeit “Bread Upon the Waters: Corporate Science and the Benefits from Follow-on Public Research” verliehen. Der Preis wird nun jährlich an junge Ökonom*innen verliehen, die unter 40 Jahre alt sind oder deren Promotion weniger als 10 Jahre zurückliegt.
Der zweite Tag wurde mit zwei Vorträgen über die Vorteile öffentlich finanzierter Forschung eingeleitet. Die abschließende Session des Workshops, die dem Thema „KI in Wissenschaft und Innovation“ gewidmet war, griff Fragen aus der Podiumsdiskussion auf. Die Vortragenden untersuchten nicht nur, wie Künstliche Intelligenz als Manager in wissenschaftlichen Projekten fungieren kann, sondern zeigten auch Wege auf, wie neuartige KI-Anwendungen eingesetzt werden können, um zwei gängige Konzepte in der Wissenschaftsökonomie besser zu quantifizieren: die Auswirkungen von Wissenschaft und den Ursprung von Ideen.
Das vollständige Programm mit allen Themen finden Sie hier.
Weitere Informationen auf der Workshop-Website und weitere Eindrücke auf Twitter unter #woepsr2023.
Wir danken allen an der Organisation Beteiligten sowie den Teilnehmenden, Vortragenden und Discussants für einen wirklich außergewöhnlichen und inspirierenden Workshop und freuen uns auf WOEPSR 2024 in Turin.